Arbeitnehmerhaftung: Wie ein Gerichtsurteil leitende Angestellte in den Ruin treiben könnte
Arbeitnehmerhaftung:
Wie ein Gerichtsurteil leitende Angestellte in den Ruin treiben könnte
Düsseldorf. Das Landesarbeitsgericht (LAG) Köln überrascht mit einem Urteil mit einer völlig neuen Argumentation und einer Kehrtwende, die für Arbeitnehmer nachteiliger ist als bisher, wenn sie Fehler machen. Haben sie grob fahrlässig gehandelt, könnten sie für den ganzen Schaden Ersatz ans Unternehmen zahlen müssen â und ihren wirtschaftlichen Ruin riskieren: âDas Gericht vertauscht Ursache und Wirkung, am Ende stehen Arbeitnehmer schlechter da als bisher, wenn das Bundesarbeitsgericht als nächste und letzte Instanz dieses Kölner Urteil bestätigtâ, sagt David Schwintowski, Anwalt bei der Kanzlei Freshfields. Es könne nicht sein, dass Deckung zur Haftung führe, kritisiert der Versicherungsexperte.
Was war passiert? Der Leiter der weltweiten Finanzsteuerung eines Unternehmens zur Herstellung und zum Vertrieb von Industrieruà hatte in 25 Tagen knapp 60 Ãberweisungen über eine Summe von mehr als 50 Millionen Euro veranlasst. Cyber-Betrüger hatten ihm im Jahr 2024 vorgegaukelt, die Aufträge hierfür kämen von seinem Vorgesetzten. Angeblich sollte mit dem Geld eine Tochtergesellschaft in Asien gegründet werden, deren Finanzvorstand er werden sollte.
