Börse: Dax unter 25.000 Punkten, Schaeffler und Aumovio rutschen ab, Rheinmetall gewinnt, US-Börsen im Minus
Börse am Abend Dax unter 25.000 Punkten, US-Börsen mit Verlusten
Auf und Ab an der Börse: Die wichtigsten Informationen zum Dax, Dow Jones, zu den Aktienkursen und den Ölpreisen
Foto: Westend61 / Getty ImagesHohe Anleiherenditen und Ölpreise machen dem Dax weiterhin zu schaffen. Gleich zum Börsenstart am Donnerstag sackte der deutsche Leitindex unter die Marke von 25.000 Punkten und erreichte am frühen Nachmittag mit zeitweise weniger als 24.800 Zählern den tiefsten Stand seit Ende Juli.
Ein Medienbericht über mögliche neue US-Angriffe auf den Iran noch vor den Zwischenwahlen in den USA trieb die Ölpreise nach oben. Gleichzeitig sorgen sich die Anleger um Frankreichs Staatsdefizit.
Mit minus 1,2 Prozent auf 24.807 Punkte ging der Dax aus dem Tag. Der MDax , der Index der mittelgroßen Werte, sank um 2 Prozent auf 29.507 Zähler. Der EuroStoxx 50 verlor 0,9 Prozent auf 6.127 Zähler.
Den Bondmarkt betreffend, wo sich im Oktober der Rendite-Abstand (Spread) zwischen den richtungweisenden zehnjährigen französischen Staatsanleihen und deutschen Bundesanleihen angesichts der sich verschärfenden Schuldensituation in Frankreich vergrößert hat, blieb der globale Chefanleger (CIO) von UBS, Mark Haefele, gelassen. Er sieht in der Ausweitung der Spreads keine Zeichen einer unmittelbar bevorstehenden Finanzierungskrise. Die investitionsgetriebene Nachfrage und die sich verbessernden Gewinne dürften dazu beitragen, dass europäische Aktien moderat höhere Renditen verkraften könnten.
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Chipwerte im Fokus
Unternehmensseitig halfen die starken Quartalszahlen des koreanischen Tech-Schwergewichts Samsung nicht, um den Druck aus der Technologiebranche zu nehmen. Halbleiter- und KI-Werte verzeichneten auch hierzulande weitere Verluste: Infineon etwa gaben um 3,4 Prozent nach und im MDax sackten Siltronic und Aixtron um jeweils 4,1 Prozent und Elmos um 5,3 Prozent ab.
Im Automobilsektor waren Zulieferer nach einer Gewinnwarnung aus Frankreich auffällig schwach. OPMobility hatte wegen gestiegener Kosten und Problemen bei Autoherstellern sein operatives Gewinnziel für 2026 gesenkt. Aumovio als Schlusslicht im MDax büßten 8,8 Prozent ein und Norma Group im SDax 5,3 Prozent. Mit minus 3,1 Prozent hielten sich Continental etwas besser. Eine Hochstufung auf „Outperform“ durch Bernstein Research stützte.
Jungheinrich rutscht ab
Anschlussverkäufe zogen die Aktie des Dialysedienstleisters Fresenius Medical Care (FMC) weiter nach unten. Sie verloren 1,9 Prozent. Am Vortag hatte die Ankündigung eines Wechsels an der Konzernspitze bereits erheblich belastet. Für die Anteile des FMC-Großaktionärs Fresenius ging es am Donnerstag um 3,9 Prozent abwärts.
Eine Abstufung des Staplerherstellers Jungheinrich auf „Underperform“ durch Bank of America sorgte bei den Titeln für ein Minus von 5,6 Prozent.
Moderate Verluste an der Wall Street
Hohe Anleiherenditen und weiter steigende Ölpreise haben den Anlegern an den US-Aktienmärkten auch am Donnerstag die Kauflaune verdorben. Der Dow Jones Industrial verlor im frühen Handel 0,1 Prozent auf 51.152 Punkte. Der marktbreite S&P 500 büßte 0,3 Prozent auf 7.780 Zähler ein. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 0,6 Prozent auf 30.961 Punkte abwärts.
Die Ölpreise legten erneut zu, nachdem Medien über mögliche neue Angriffe der USA auf den Iran berichtet hatten. Dabei könnten größere Militäreinsätze in den kommenden Wochen wieder aufgenommen werden, berichteten das Nachrichtenportal „Axios“ und der US-Sender NBC News unter Berufung auf Insider.
Laut dem Magazin „The Atlantic“, das sich auf zwei Regierungsvertreter beruft, forderte das Weiße Haus das Verteidigungsministerium auf, Optionen für Angriffe auf den Iran noch vor den Zwischenwahlen im November auszuarbeiten. Damit widerspricht der Bericht der bislang weit verbreiteten Erwartung, dass US-Präsident Donald Trump (80) eine weitere Eskalation des Konflikts mit Teheran vor den Zwischenwahlen vermeiden würde.
Ölpreis zieht deutlich an
Die Ölpreise sind im frühen Handel deutlich gestiegen. In der Nacht zu Donnerstag sorgte ein Medienbericht über mögliche neue US-Angriffe auf Iran für höhere Ölnotierungen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im Dezember zog zuletzt um 2,3 Prozent auf 102,6 US-Dollar an. US-Rohöl der Sorte WTI legte um 2 Prozent auf 90 Us-Dollar zu.
Das Weiße Haus forderte das Pentagon einem Bericht des Magazins „The Atlantic“ zufolge auf, Optionen für Angriffe auf Iran auszuarbeiten, die noch vor den US-Zwischenwahlen im November ausgeführt werden könnten. Das Magazin berief sich auf zwei Regierungsvertreter.
Der Bericht widerspricht der bislang verbreiteten Erwartung, dass US-Präsident Donald Trump (80) eine weitere Eskalation des Konflikts mit Teheran vor den Wahlen vermeiden würde. Über Umfang und Ziele möglicher Angriffe sowie darüber, ob die Regierung die Pläne tatsächlich umsetzt, werde noch beraten, schrieb „The Atlantic“.
Ölproduzenten im Golf von Mexiko haben außerdem wegen eines herannahenden Tropensturms ihre Förderung um mehr als 510.000 Barrel pro Tag gedrosselt. Das entspricht laut der Nachrichtenagentur Bloomberg etwa einem Viertel der regionalen Produktion.
