Devisen: Der Yuan soll steigen – aber nicht auf Geheiß des Westens
Geld:
Der Yuan soll steigen â aber nicht auf Geheià des Westens
Shanghai. Es gibt Sätze, die in China sofort historische Erinnerungen wecken. Als Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach dem EU-Gipfel im Juni eine Unterbewertung des Yuans beklagte und eine Art Währungsdialog indirekt ins Spiel brachte, fiel die Reaktion in China scharf aus. Einen solchen Dialog brauche es nicht, so die Botschaft der nationalistischen âGlobal Timesâ.
Europas Problem seien nicht die chinesische Währung, sondern hausgemachte Themen wie Energiekosten, zu wenig Innovation und eine schwache Industriepolitik. Chinas Exportstärke beruhe hingegen auf Lieferketten, innovativen Technologien und Skaleneffekten. Vor wenigen Tagen teilte die Zentralbank mit, Ziel der Behörden sei es, die Währung auf einem anpassungsfähigen Niveau âim Wesentlichen stabilâ zu halten. Viel Spielraum für eine Aufwertung sieht Peking also nicht.
Doch Pekings Abfuhr an den Westen bedeutet nicht zwingend, dass China jede Aufwertung verhindern will. In der Volksrepublik wird durchaus über einen stärkeren Yuan diskutiert.
